Automatische Handelssysteme – Fluch oder Segen?

In Phasen der Niedrigzinspolitik ist es schwierig, sein Geld zu vermehren. Viele kaufen deshalb Aktien bzw. wollen täglich selbst an der Börse handeln. Aber wie, wenn es an Erfahrung oder der nötigen Zeit fehlt? Automatisch traden, scheint die Lösung zu sein. Doch ist sie wirklich sicher, wie uns manche suggerieren wollen?

Ein Roboter denkt nicht!

Hundertprozentige Sicherheit gibt es nirgends. Vor allem, wenn es in wirtschaftlich unsicheren Zeiten um Geldanlagen geht. Wer sein Vermögen profitabel anlegen möchte, kommt um die Börse – um den Kauf von Aktien, Sachwerten und Währungen – nicht herum. Einige Privatanleger haben sich in diesem Zusammenhang auf das Trading, also das eigenverantwortliche Handeln, verlegt. Zunehmend nutzen sie darüber hinaus die Angebote zahlreicher Broker und lassen den Prozess halb- bzw. vollautomatisch laufen. Das heißt, sie benutzen ein Handelssystem, das Trends nach bestimmten Vorgaben erkennt und selbstständig handelt. Es eröffnet einzelne Positionen und schließt sie wieder, ohne dass der Trader manuell einzugreifen braucht. So einfach, wie das klingt, geht das allerdings nicht. Der Nutzer muss sich schon darüber im Klaren sein, dass es auch hier keine Profitgarantie gibt. Was der Roboter macht, hängt von ihm ab! Er nämlich ist es, der die Software mit Informationen füttert. Erst dann kann sie die einzelnen Basiswerte am Markt scannen und loslegen. Ein Roboter denkt nicht!

Automatisiert traden kann jeder

Um automatisiert traden zu können, muss man keine speziellen Bedingungen erfüllen. Im Grunde kann das jeder private Händler, der folgende Voraussetzungen erfüllt:

  1. Er hat einen Broker, der das automatische Trading supportet.
  2. Er besitzt das nötige Kapital. Das übrigens muss nicht mehr oder weniger sein, wie beim manuellen Börsenhandel.
  3. Er sollte das Auto-Trading verstehen, das heißt die Grundlagen des Börsenhandels kennen.
  4. Er braucht einen guten PC und eine schnelle Internetverbindung.

Zum Handel selbst bekommt er ein kleines Programm. Mit ihm bestimmt er die Regeln, wann und wie der Robot aktiv zu werden hat. Beispielsweise was für eine Position er bei welchen Indikatoren annehmen soll, bei wie viel Prozent Verlust bzw. Gewinn er verkaufen muss.  Für die Trading-Plattform macht es dabei keinen Unterschied, ob ein realer Händler oder ein Automat die jeweiligen Aktivitäten auslöst.

Automatische Handelssysteme – das Plus und Minus

Gegenüber dem manuellen Trading ergeben sich für den Nutzer beim automatischen Handeln eine Reihe von Vorteilen. An erster Stelle steht, dass die Software ausschließlich nach Vorgaben und einer festgelegten Strategie handelt. Sie lässt sich nicht von Emotionen hinreißen, die schon so manchem Börsenmenschen das sprichwörtlich ‚letzte Hemd‘ gekostet haben. Dabei sparen die automatischen Handelssysteme auch Zeit. Zwar muss sie der Nutzer programmieren und gegebenenfalls überwachen, mit dem ständig vor dem Bildschirm sitzen und Befehle eingeben, ist das jedoch nicht zu vergleichen. Hierbei passieren mitunter sogar Fehler, die einem Roboter zu 100 Prozent nicht unterlaufen.

Allerdings könnten diese Vorteile ebenso leicht zum Nachteil werden. Ändert sich unvorhergesehen die Lage, verfolgt die Software nämlich stur ihren Kurs, der dann unter Umständen ein Risiko darstellt. Der Trader kann zwar eingreifen, doch angenommen es passiert in der Nacht, gibt es am Morgen eventuell ein böses Erwachen. Trotz aller Automatik sollte deshalb jedem klar sein: Die Börse hat ihre eigenen Gesetze, die mitunter nicht einmal Experten verstehen. Lachen und Weinen liegen dicht beieinander – mit Verlusten ist jederzeit zu rechnen!

Hallo, ich bin Daniel