Entgeltarten: Was musst du beachten?

Entgeltarten: Was musst du beachten?

Sonderzahlungen, Urlaubsgeld, Zuschläge – alles Begriffe, welche die meisten Arbeitnehmer natürlich kennen. Denn sie bringen mehr Geld in die Haushaltskasse. Was Arbeitgeber allerdings darunter verstehen: Mehr Aufwand bei der Lohn- und Gehaltsabrechnung. Denn im Steuerbereich gibt es mehr als nur Löhne und Gehälter. Das ist auch der Grund, weshalb Buchhaltungsprogramme viele Funktionen beinhalten, die alle Entgeltarten auseinanderhalten und richtig abrechnen können. Wir haben für dich einige Arten kurz und knapp zusammengefasst, damit du weißt, was sich eigentlich dahinter verbirgt.

Lohn und Gehalt

Oft synonym verwendet, handelt es sich eigentlich um zwei vollkommen verschiedene Dinge:

Wenn Arbeitnehmer ein Gehalt erhalten, dann handelt es sich in der Regel um einen monatlichen Festbetrag, der unabhängig von der Anzahl der Stunden oder der geleisteten Arbeit ausgezahlt wird.

Lohn hingegen ist variabel. Wichtig sind die Anzahl der Arbeitstage, die erbrachte Leistung und die absolvierten Stunden. In einigen Fällen ist die Anzahl der Produkte ein weiteres Kriterium – zum Beispiel bei der Fließband-Arbeit.

Neben dem normalen Arbeitsentgelt gibt es jedoch noch Zusatzleistungen, die von jedem Unternehmen individuell gehandhabt werden kann.

Einmalzahlungen

Viele Firmen ermöglichen ihren Mitarbeitern sogenannte Einmalzahlungen. Das sind Leistungen, die sie nicht regelmäßig (zum Beispiel monatlich) erhalten, sondern nur zu bestimmten Anlässen. Dazu zählen unter anderem:

  • Weihnachtsgeld
  • Urlaubsgeld
  • Abfindung
  • Ausschüttungen aus Unternehmensbeteiligung
  • Aufmerksamkeiten
  • 13. Monatsgehalt

Weihnachtsgeld

Wer freut sich nicht über einen Bonus, der Ende des Jahres zusätzlich zum Lohn oder Gehalt überwiesen wird? Die Höhe ist nicht gesetzlich festgeschrieben. Jedes Unternehmen entscheidet individuell, ob und wie viel es seinen Mitarbeitern auszahlen möchte. Einige Unternehmen entrichten Sonderzahlungen, die zwischen 45 und 90 Prozent eines Monatsgehalts betragen. Andere Firmen hingegen entscheiden nach der Betriebszugehörigkeit – wer länger im Betrieb ist, erhält somit mehr als neue Kollegen. Einen Anspruch hast du als Arbeitnehmer aber nicht auf Weihnachtsgeld. Eine Ausnahme gibt es: Zahlt dein Unternehmen über Jahre hinweg diese Sonderleistung, ohne auf den Vorbehalt der Freiwilligkeit zu verweisen, tritt ab dem vierten Jahr ein gesetzlicher Anspruch ein.

Abfindungen

Trennen sich Unternehmen und Mitarbeiter im gegenseitigen Einverständnis, wird oftmals eine Abfindung verhandelt. Es kann unterschiedliche Arten von Abfindungen geben:

  • Kündigungsschutzklage
  • Entschädigung

Diese Einmalzahlungen werden oft genutzt, um einem Arbeitnehmer die Kündigung schmackhaft zu machen. Ein Beispiel:

Ein Unternehmen schließt einen kompletten Standort, hat jedoch nicht die Kapazitäten, das vorhandene Personal umzusiedeln. Die logische Konsequenz wäre es, die Mitarbeiter zu kündigen. Damit sich die Angestellten mit der Kündigung einverstanden erklären, wird ihnen eine Abfindung angeboten. In der Regel handelt es sich dabei um ein Monatsgehalt x Dauer des Beschäftigungsverhältnisses. Selbstverständlich kannst du immer mehr rausschlagen. Dann ist einfach dein Verhandlungsgeschick gefragt.

Laufendes Arbeitsentgelt

Neben den Einmalzahlungen gibt es aber auch das sogenannte laufende Arbeitsentgelt. Hierbei handelt es sich um Bezüge, die regelmäßig ausgeschüttet werden. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Provision
  • Vermögenswirksame Leistungen
  • Boni
  • Zuschüsse

Provision und Boni

Viele Unternehmen zahlen ihren Mitarbeitern Provisionen oder Boni, wenn sie beispielsweise ein bestimmtes Unternehmensziel erreichen oder neue Verträge mit Kunden abschließen. Je nach Firmengröße und Branche können das kleine Beträge, aber auch höherstellige Sonderleistungen sein.

Vermögenswirksame Leistungen

Diese Zuschläge sind bei Arbeitnehmern sehr beliebt, weil sie nicht nur für mehr Geld auf dem Konto sorgen, sondern oftmals eine Altersvorsorge darstellen. Neue Regelungen gab es zum Beispiel vor nicht allzu langer Zeit bezüglich der betrieblichen Altersvorsorge. Unternehmen, die eine sogenannte BaV anbieten, sind zu einem Arbeitgeberzuschuss von mindestens 15 Prozent verpflichtet. Das soll dazu führen, diese Art der vermögenswirksamen Leistungen attraktiver zu machen und Arbeitnehmern dabei zu helfen, fürs Alter vorzusorgen.

Hauptsache die Abrechnung stimmt

Es ist für Arbeitgeber nicht so leicht, sich durch den Dschungel der Lohn- und Gehaltsabrechnungen zu kümmern. Was du beachten musst, haben wir dir in diesem Artikel zusammengestellt. Besonders schwierig ist es, wenn sich die Beträge regelmäßig ändern, wie es beispielsweise bei Provisionen der Fall ist. Aber keine Sorge: Im Normalfall kann dir eine Buchhaltungssoftware dabei helfen, nichts aus den Augen zu verlieren. Oder ein Steuerberater. Der kostet allerdings relativ viel Geld. Wichtig ist, dass du nichts vergisst, weil du sonst Probleme sowohl mit deinen Mitarbeitern als auch mit dem Finanzamt bekommst. Diese Auflistung der Entgeltarten soll dir dabei helfen, zumindest einen kleinen Überblick über die Möglichkeiten zu erhalten.

Hallo, ich bin Daniel