Finanzen einteilen: So geht man richtig vor

Jeder, der schon einmal kurz vor Ende des Monats kein Geld mehr in der Tasche hatte, kennt das Problem: Das mangelhafte Finanzen einteilen kann ernsthafte Probleme mit sich bringen, die im schlimmsten Falle zu einer Insolvenz führen können. Auch wenn dies die drastischste Folge von finanziellem Missmanagement ist, sind auch die Notwendigkeit einer Kreditaufnahme oder das Ausleihen von Geld bei Freunden keine Kleinigkeit.

Im Gegensatz dazu, dass bei größeren Investitionen häufig nur ein externer Kredit in Frage kommt, sollte dies bei kleineren Ausgaben grundsätzlich nicht notwendig sein. Als Basis für ein gutes Haushalten dient die Kalkulation monatlich existierender Einnahmen und notwendiger Ausgaben. Diese lassen sich am besten tabellarisch erfassen und anschließend einfach gegeneinander aufrechnen. Mit dieser Vorgehensweise sind diverse Vorteile verbunden:

– Chronologische Erfassung der Zu- und Abströme

– Strukturierung der Ausgaben nach Höhe und Relevanz

– Erfassung des monatlichen Saldos

Befragungen haben gezeigt, dass vielen Menschen tatsächlich nicht bewusst ist, wie ihr monatlicher Saldo ausfällt. Ohne aber zu wissen, wie viel Geld am Ende eines Monats übrig bleibt, oder ob monatlich eventuell sogar Miese gemacht werden, kann ein zielführendes Finanzmanagement nicht stattfinden.

Einteilung des verfügbaren Geldes in Wochen schafft Übersichtlichkeit 

Nachdem eine solide Basis geschaffen worden ist, geht es an die praktische Umsetzung, welche mit dem Führen eines Haushaltsbuches begonnen werden kann. Ein solches Buch erfasst genau, wie viel Geld für welche Anschaffungen für den Haushalt monatlich ausgegeben wird. Kombiniert man diese Vorgehensweise mit der Einteilung des monatlich zur Verfügung stehenden Saldos in die vier Wochen eines Monats, so stellt dies das Optimum dar. Darüber hinaus sollten auch die Tipps beherzigt werden, die aus der folgenden Tabelle hervorgehen:

Tipp Vorteile
Lebensmittel bewusst einkaufen Es wird nicht zu viel und nur das eingekauft, was tatsächlich notwendig ist
Wochenweise Geld abheben Keine zu hohen Ausgaben möglich, bessere Übersichtlichkeit
Einnahmen steigern Mehr finanzieller Spielraum, aber schwieriger zu realisieren

Grundsätzlich empfiehlt nicht nur jeder Schuldnerberater Klienten, die ein Problem mit ihrem finanziellen Management haben, zweierlei:

  1. Ausgaben senken
  2. Einnahmen steigern

Der Ansatz ist trivial, zudem lässt sich Punkt eins in den meisten Fällen deutlich einfacher mit einer entsprechenden Planung umsetzen, als das bei Punkt zwei der Fall ist.

FInanzen einteilen: Barzahlung und Vermeidung von unnötigen Ausgaben etablieren

Mann streckt eine Hand mit Geldscheinen aus.

Die Barzahlung ist eine gute Möglichkeit, schnell und einfach einen finanziellen Überblick zu behalten. Bildquelle: moerschy / pixabay.com

Ein häufiges Problem bei finanziell überlasteten Haushalten findet sich auch in der Zahlungsweise an sich. Wer permanent mit Kreditkarte oder beispielsweise per Lastschrift respektive EC-Karte zahlt, kann zwangsläufig nur schwieriger einen Überblick über finanzielle Situation behalten, als ein Barzahler, der jede Woche das Geld bar abhebt.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt von dieser bereits erörterten Methode ist auch, dass man sich deutlich mehr Gedanken um die tatsächliche Notwendigkeit einer geplanten Ausgabe macht, weil man die Menge des effektiv noch zur Verfügung stehenden Geldes plastisch vor sich sieht. Unnötige Dispokredite mit hohen Zinsen können so selbst bei Krediten für Sozialhilfeempfänger vermieden werden und am Ende des Monats bleibt dann künftig sogar vielleicht noch etwas Geld übrig. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Menge an Geld, die sich durchschnittlich in den Portmonees der Deutschen befindet, gerade wenn man diese auch mit Werten aus den Nachbarländern vergleicht:

Land Menge an Bargeld pro Person
Deutschland 103 Euro
Luxemburg 102 Euro
Österreich 89 Euro
Frankreich 32 Euro

Während von den insgesamt 65.000 befragten Personen in 19 Ländern, die den Euro als Zahlungsmittel führen, die Deutschen mit 103 Euro durchschnittlich am meisten Bares im Portmonee besitzen, bildet mit nur 29 Euro Portugal das Schlusslicht in der Statistik. An zweiter Stelle rangiert Luxemburg, gefolgt von Österreich, Zypern und Griechenland.

Monatliches Sparen schafft Liquidität für ungeplante Geldausgaben

So viel Sparen die Haushalte hierzulande

Sparen ist ein langwieriger Prozess, gerade wenn es um größere Anschaffungen geht. Statistikquelle: Statistisches Bundesamt, Statista

Ebenfalls empfehlenswert ist die Vorgehensweise, auf große Anschaffungen in jedem Monat gezielt zu sparen. Weichen höhere Anschaffungen nämlich unplanmäßig von den regulär bestehenden Lebenshaltungskosten ab, kommt es schnell zu schwierig zu stopfenden Löchern in der Haushaltskasse. Besonders leicht fällt das Sparen, wenn das übrig bleibende Geld nicht im Portmonee verbleibt, sondern auf ein separates Sparbuch verbucht oder in das Sparschwein gesteckt wird. Alarmierend ist in diesem Kontext eine Untersuchung, die durch ING-Diba Ende 2017 durchgeführt worden ist:

– Insgesamt wurden hier 13 europäische Länder targetiert

– Auch Australien und die USA gehörten zum Zielraum

Das Ergebnis: Knapp 27 Prozent der befragten Deutschen verfügen laut eigenen Angaben über keine Rücklagen. Schlechter sieht dieser Wert einzig und allein in Rumänien aus, wo er bei 35 Prozent liegt. An der Spitze des Feldes rangierte indes Luxemburg, wo knapp 88 Prozent der Befragten über Rücklagen verfügten bzw. 12 Prozent keine hatten. Zum Sparen selbst ergeben sich wiederum auch verschiedene Alternativen, wie die nachstehende Tabelle zeigt:

Option Details
Tagesgeld Höhere Zinsen, ähnlich wie Girokonto, jedoch ohne Überweisungs- und Lastschriftoption
Aktien Spekulativ, Risikoausgleich mit Fonds und Manager möglich
Immobilien Hohes Kapital notwendig, allerdings vergleichsweise sichere Option
Rohstoffe Starke Schwankungen ebenfalls möglich, Gold allerdings langfristig im Aufwärtstrend
Bitcoin Digitale Währung, allerdings enorme Kursschwankungen möglich und zuletzt Crash

Entscheidet man sich für das Tagesgeldkonto, profitiert man grundsätzlich auch von der in Deutschland und Europa existierenden Einlagensicherung und entkoppelt das monatlich gesparte Geld von seinem übrigen Finanzfluss, da ein solches Konto keine Überweisungen und Abbuchungen zulässt.

Hallo, ich bin Daniel