Leverage Trading: Wie funktioniert das Handeln mit Hebel?

Von: Daniel Kupka

Zuletzt aktualisiert: 26. März 2020

Im Finanzbereich gibt es für neue und fortgeschrittene Anleger eine große Zahl an Begriffen und Techniken, die sie sich zu eigen machen sollten. Einer dieser Begriffe ist das Leverage Trading. Leverage Trading, zu deutsch der Handel mit Hebel, wird in verschiedenen Arten des Tradings verwendet und kann für Anleger ein wichtiges Werkzeug darstellen, um das eigene Portfolio rentabler zu gestalten. Doch wie genau funktioniert Hebel-Trading, wo liegen die Risiken und wo die Chancen? Eine kurze Einführung in das Thema.

Leverage trading erklärt

Die Hebelwirkung ist eines der wichtigsten Schlüsselelemente, gerade beim Daytrading, um die eigene Profitabilität zu erhöhen. Das Basisprinzip der Hebelwirkung: mithilfe von Fremdkapital aus einem kleinen Betrag einen großen Betrag zu machen. Ein Beispiel für eine Hebelwirkung außerhalb des Tradings wäre der Hauskauf: Der Käufer möchte ein Eigenheim im Wert von 300.000 Euro erwerben, hat allerdings nur 30.000 Euro Eigenkapital – es wird demnach ein Darlehen von 270.000 Euro benötigt. Auch bei der Autofinanzierung werden Hebel oft eingesetzt.

Ein Beispiel direkt aus dem Finanzbereich ist der Handel mit Margin. Bietet der Broker den Anlegern eine Hebelwirkung von 1:4 an, so muss der Trader nur 25 Prozent des Marktwertes einer Aktie als Margin hinterlegen, um beispielsweise einen CFD auf die Aktie handeln zu können. Kostet die Aktie 100 Euro, so sind dies lediglich 25 Euro. Für den Broker ist die Margin in diesem Fall eine Sicherheitsleistung, da es möglich wäre, dass der Anleger sein Kapital verliert. Hierbei stellt sich natürlich auch die Frage, was ist CFD genau und was steckt hinter dem Begriff CFD-Handel? CFDs sind Differenzkontrakte, mit denen Anleger auf das Steigen oder Fallen einer Aktie setzen können; Trader können hierbei also „Long“ oder „Short“ gehen. Der Gedanke hinter CFDs ist exakt der, dass nur ein kleiner Teil des tatsächlichen Preises einer Aktie bezahlt wird, der Anleger jedoch voll davon profitieren kann. Auch bei Futures und Optionen kommen Hebel zum Einsatz. Die Vorteile der Hebelwirkung liegen zum einen im „Hedging“, also der Absicherung des eigenen Portfolios gegen Verluste. Mithilfe von Hebelwirkungen und CFDs kann so zum Beispiel auch dann Gewinn erzielt werden, wenn die Kurse eines Unternehmens fallen – eine gute Ergänzung zur normalen Investition in Aktien, da der Trader hierbei nur Gewinn erzielt, wenn das Unternehmen an Wert gewinnt.

Der größte Vorteil des Handels mit Hebel ist aber natürlich der geringe Kapitaleinsatz: Dank Hebel können Anleger mit größeren Summen handeln, als ihnen sonst möglich wäre. Das ist besonders dann praktisch, wenn zum Beispiel Aktien einer Firma mehrere hundert Euro kosten und das eigene Budget begrenzt ist.

Auseinandersetzung mit dem Risiko

Allerdings sollte man sich auch mit dem Risiko der Hebelwirkung auseinandersetzen. Denn ein Hebel funktioniert immer in beide Richtungen. In unserem vorhergehenden Beispiel lag das Eigen-Investment lediglich bei 25 Euro, obwohl die Aktie 100 Euro kostete. Steigt nun die Aktie um 25 Euro, hat der Trader (bezogen auf den eigenen Kapitaleinsatz) einen Gewinn von satten 100 Prozent in der Tasche. Anders herum können aber auch die Verluste schnell eskalieren: Sinkt die Aktie auf 75 Euro, so hat der Anleger einen 100-prozentigen Verlust eingefahren – der komplette Wert des eingesetzten Eigenkapitals ging verloren.

Fazit

Der Handel mit Hebel, das sogenannte Leverage Trading, ist eines der wichtigsten Werkzeuge, welche Anleger einsetzen können. Hebel kommen überall zum Einsatz, von der Geldanlage, über den Hauskauf, bis zur Unternehmensfinanzierung. Dank der Hebelwirkung können höhere Gewinne erzielt werden, bei geringem Einsatz von Eigenkapital. Allerdings funktioniert ein Hebel immer in beide Richtungen – daher sollte man sich auch des Risikos bewusst sein.