6 Gründertipps – von Businessplan bis Steuervorauszahlung

Die Gründungsphase ist eine besonders aufregende Zeit. Zahlreiche Entscheidungen wollen getroffen, Aufgaben erledigt und Herausforderungen gemeistert werden. Die nachfolgenden Tipps zu finanziellen Themen sollen der Orientierung dienen und den Einstieg in die Selbstständigkeit erleichtern.

1. Businessplan erstellen

Ohne guten Businessplan geht nichts. Er ist die Grundlage für die Gründung und ein entscheidender Faktor für Finanzierungsgespräche. Auch hinsichtlich der Beantragung von Fördergeldern spielen die Unterlagen eine zentrale Rolle. Im Businessplan wird das geplante Geschäftskonzept detailliert beschrieben und strategische Ziele definiert. Auch die Finanzplanung ist ein wichtiger Bestandteil. Die IHK München und Oberbayern hat online einen hilfreichen Ratgeber zur Erstellung eines Businessplans veröffentlicht, der auch eine Mustervorlage (Word-Dokument) und einen Liquiditätsplan(Excel-Dokument) umfasst. Lesen lohnt sich, da die Zusammenfassung der IHK die Vorgehensweise bei der Erstellung eines überzeugenden Businessplans erleichtert.

2. Finanzierungsmöglichkeiten prüfen

Mangelt es an Eigenkapital, braucht es Fremdkapital zur Finanzierung der Gründung. Zur Beschaffung des Kapitals stehen verschiedenste Optionen zur Verfügung. Finanzielle Unterstützung gewährleisten beispielsweise Gründungszuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen und von öffentlichen Einrichtungen vergeben werden. Allerdings müssen hierbei in der Regel bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Nähere Informationen dazu halten die jeweils zuständigen Behörden auf Bundes-, Landes- und EU-Ebene bereit. Eine weitere Möglichkeit sind günstige Förderkredite für Gründer. Der ERP-Gründerkredit 067 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) geht beispielsweise mit bis zu 125.000 Euro für Gründungsvorhaben einher und dient der Finanzierung von Investitionen und laufenden Kosten. Weitere Optionen zur Beschaffung von Fremdkapital sind:

– Crowdfinanzierung- Business Angels- Venture Capitals

Die Finanzierung will gut überlegt sein. Ein kostenloses und unabhängiges Beratungsgespräch durch Experten ist in diesem Bereich ein Muss, um clevere und zielorientierte Entscheidungen zu treffen, ohne sich finanziell zu verausgaben.

3. Geschäftskonto eröffnen

Ohne ein Geschäftskonto lässt sich der Zahlungsverkehr eines Unternehmens nicht ordentlich abwickeln. Ein Geschäftskonto ermöglicht eine klare Trennung zwischen privaten und geschäftlichen Posten – auch das Finanzamt freut sich über diese Klarheit. Allerdings gilt auch hier: Informieren und vergleichen sind das A und O. Ansonsten entstehen womöglich unnötige Kosten oder es fehlen wichtige Leistungen, die den Geschäftsalltag erleichtern würden. Die Konditionen sowie Services der Kreditinstitute und Online-Banken unterscheiden sich teilweise erheblich, sodass sich ein kritischer Blick auf die Angebote lohnt. Gründer, die ihre monatlichen Fixkosten möglichst niedrig halten möchten, können über das Onlineportal für Kontenvergleiche aktuelle Angebote einsehen und ein Geschäftskonto eröffnen. Im Ratgeber unterhalb des Vergleichs finden Gründer weiterführende Informationen zu den potenziellen Kosten eines Geschäftskontos sowie wesentliche Serviceleistungen der Banken.

4. Versicherungen – Bedarf klären und abschließen

Ob Krankenversicherung, Berufsunfähigkeit, Rechtsschutz oder Betriebshaftpflichtversicherung – die Liste der empfehlenswerten Versicherungen zur Absicherung persönlicher und betrieblicher Risiken ist lang. Dementsprechend aufwändig gestaltet sich die Auswahl geeigneter Policen. Gründer müssen gewährleisten, dass alle elementaren Risiken sinnvoll (!) abgesichert sind. Dabei darf die finanzielle Komponente nicht vernachlässigt werden. Gerade zu Beginn der Selbstständigkeit, wenn die Einnahmen noch gering sind, können die Versicherungspolicen eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Allein die private Krankenversicherung schlägt in der Regel mit mehreren hundert Euro zu Buche. Hinzu kommt die Altersvorsorge, die keinesfalls vernachlässigt werden darf. Bislang gibt es dahingehend keine Versicherungspflicht. Doch genau die könnte schon bald Realität werden. Wie das Handwerksblatt bereits im Februar 2020 berichtete, plant die Bundesregierung die Rentenversicherungspflicht für Selbstständige. Aufgrund der Corona-Pandemie dürfte sich die Realisierung zwar verzögern. Dennoch sind Selbstständige gut beraten sich bereits jetzt mit den möglichen Konsequenzen auseinanderzusetzen. Auch hier drohen, je nach Gewinn, nicht zu unterschätzende Belastungen. Die Gewährleistung der Altersvorsorge könnte dann entweder über die gesetzliche Rentenversicherung geregelt werden und zum aktuellen Zeitpunkt 18,6 Prozent des Einkommens ausmachen oder in einem vergleichbaren Rahmen mit Hilfe einer privaten Absicherungerfolgen.

5. Kosten minimieren

Um die Erfolgschancen zu steigern, sollten Startups möglichst sparsam mit ihren finanziellen Mitteln umgehen. Sparpotenzial ergibt sich nicht nur bei Konten und Versicherungen, sondern auch in jedem anderen Bereich der Selbstständigkeit. Lassen sich die Geschäfte beispielsweise über ein Home-Office oder Coworking-Space abwickeln, mindert das die finanziellen Risiken deutlich gegenüber der Investition in teure Räumlichkeiten in repräsentativer Lage. Auch bei Themen wie Strom, Buchhaltung, Steuerberatung, Kommunikation, technische Geschäftsausstattung und Fuhrpark lässt sich viel Geldsparen.

6. Steuervorauszahlung anpassen

Viele existenzielle Krisen werden durch zu niedrig veranschlagte Steuervorauszahlungen verursacht. Das böse Erwachen folgt dann mit dem Steuerbescheid, wenn hohe Nachzahlungen fällig werden. Falls möglich, sollten Startups freiwillig höhere Vorauszahlungen leisten, um das Risiko für existenzbedrohende Situationen zu minimieren. Die freiwillige Anpassung der Vorauszahlung setzt einen Antrag beim Finanzamt voraus.

 

Wenn diese Tipps beachtet wurden, kannst du mit dem Aufbau deines Unternehmens beginnen. Langfristig erfolgreich wirst du am Ende jedoch erst, wenn du es schafftst, durch einen situativen Führungsstil deine Mitarbeiter langfristig zu befähigen. Sei dir als Gründer als stets deiner wichtigsten Rolle bewusst, nämlich der als Führungskraft! Die richtige Führungskräfteentwicklung wird nachher also dein A und O sein.

Hallo, ich bin Sebastian

Ich bin Sebastian und einer der Gründer von Finantio. Finanzen begleiten mich nicht nur auf privater Ebene, sondern auch in meinem Beruf. Bei meinen Investments setze ich auf eine gute Diversifikation – Aktien, Immobilien und alternative Investments gehören einfach dazu. Auf Finantio möchte ich Dir spannende Finanzthemen vorstellen und logisch und verständlich beibringen.