Taktisches Vergnügen: Wie macht man das Beste aus einem Pokerspiel?

Poker ist das beliebteste Kartenspiel der Welt. Alleine im Internet gibt es rund 22,2 Millionen ernsthafte Spieler weltweit. Und das nicht ohne Grund: Die vielen verschiedenen Varianten, die gewaltige Anzahl an Kombinationsmöglichkeiten der Pokerhände sowie der Fokus auf Taktik, Bluff und Wahrscheinlichkeitsdenken machen Poker zu einem ganz besonderen Spiel. Wie macht man das Beste aus einem Pokerspiel und steigert seine Gewinnchancen so weit wie möglich? Wir geben eine umfassende Anleitung.

Grundregeln des Pokers

Es gibt viele verschiedene Arten des Pokers, die sich bei den Regeln im Detail unterscheiden. Die bekannteste Variation ist Texas Hold’em, doch stehen Spielern auch Varianten wie Omaha Hi-Lo, Seven Card Stud und weitere zur Verfügung. Poker ist insbesondere aufgrund seiner Vielseitigkeit beliebt – viele berühmte Persönlichkeiten mögen das Spiel, darunter beispielsweise auch der ehemalige US-Präsident Barack Obama.

Die grundlegenden Regeln sind jedoch gleich: Ein Spieler ist der „Dealer“ und verteilt zunächst die Karten an alle Teilnehmer. Entscheidend beim Poker ist die sogenannte Hand. Der Wert der Hand wird durch die gehaltenen Karten bestimmt. Hierfür sind jedoch nicht nur die Karten auf der Hand wichtig, sondern auch diejenigen, die auf dem Tisch liegen. Hat jeder Teilnehmer eine Karte erhalten, so beginnt im Anschluss die erste aus mehreren Setzrunden. Die Spieler schätzen den Wert ihrer Karten ein und geben dementsprechende Einsätze ab.

Je nach Variante des Spiels muss zunächst ein Mindesteinsatz getätigt werden. Zwischen den Runden verteilt der Dealer weitere Karten oder gibt den Spielern Gelegenheit zum Kartentausch. So verändern sich die Hände. Während den Setzrunden können die Spieler entweder freiwillig aussteigen oder aber mehr Geld setzen. Diese Aktionen nennen sich Call (beim Mitgehen) oder Raise. Gehen die anderen Spieler nicht mit dem aktuellen Höchsteinsatz mit, „folden“ sie. Bleibt hierbei nur ein einzelner Höchsteinsatz übrig, so gewinnt automatisch der Spieler, welcher diesen Einsatz getätigt hat und erhält das gesetzte Geld, den Pot. Spannend wird es, wenn mehrere Spieler mit dem Call mitgehen und es zum „Showdown“ kommt. Dann entscheidet nämlich die bessere Hand – und genau darauf kommt es beim Poker an.

Je seltener eine Kartenkombination vorkommt, desto wertvoller ist sie. Ein Drilling schlägt ein Paar, ein Full House (ein Drilling und ein Paar) ist noch besser. Und die seltenste Kombination, der Royal Flush (Ass, König, Bube, Dame und Zehn) schlägt alle anderen Hände.

Selbstverständlich können die Spieler aber auch bluffen. Bei einem Bluff erhöht den eigenen Einsatz, obwohl man keine guten Karten auf der Hand hat – wenn die anderen Spieler folden, kann man bei einem guten Bluff sogar dann gewinnen, wenn man nicht mal ein Paar auf der Hand hat.

Die Chance auf ein Royal Flush liegt weit unter einem Prozent.

Welche Poker-Variation bietet die besten Gewinnchancen?

Doch welche Art zu pokern ist die beste? Poker ist ein Spiel, das immer gegen Mitspieler gespielt wird. Daher kann man nicht pauschal sagen, dass man beispielsweise Texas Hold’em spielen sollte, da so die Gewinnchancen steigen – immerhin sind die Gewinnwahrscheinlichkeiten für alle Spieler erstmal gleich!

Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit auf eine gute Hand, zum Beispiel einen Drilling, je nach Variante unterschiedlich. Und so kann eine Variante gewählt werden, die einem persönlich entgegenkommt. Anfänger sind am besten mit Versionen wie Texas Hold’em und Stud Poker bedient, da diese leicht zu erlernen sind und man sich dadurch besser auf die eigenen Karten konzentrieren kann. Denn entscheidend beim Poker ist, die Wahrscheinlichkeiten einschätzen zu können, mit denen die eigene Hand die Gegner überbieten wird.

Das kann man anhand eines kurzen Beispiels verdeutlichen: Ein Kartendeck umfasst 52 Karten, wobei jede Hand dabei aus fünf Karten besteht. Die Anzahl der möglichen Hände liegt demnach bei 2.598.960, also bei mehr als 2,5 Millionen Stück!

Berechnen wir nun die Chance auf ein Royal Flush, der mächtigsten Hand im Spiel, für die simple Variante Five Card Stud. Von einem Royal Flush gibt es für jede Farbe (Kreuz, Pik, Herz und Karo) genau eine mögliche Hand, da dieser immer aus einem Ass, einem König, einer Dame, einem Buben sowie einer Zehn besteht. Unsere Rechnung sieht also wie folgt aus:

4 : 2.598.960 = 0,000154

Die Wahrscheinlichkeit auf ein Royal Flush liegt bei einer Hand aus fünf Karten bei lediglich 0,000154 Prozent! Für ein einzelnes Paar gibt es dagegen deutlich mehr Möglichkeiten, nämlich genau 1.098.240 Stück.

1.098.240 : 2.598.960 = 0,422569

Die Wahrscheinlichkeit auf ein Paar liegt damit bei rund 42 Prozent! Die kumulierte Wahrscheinlichkeit wiederum, also die Wahrscheinlichkeit der Gegenspieler, eine Hand zu erhalten, die mindestens genauso gut oder gar besser als ein Paar ist, liegt bei 49,9 Prozent. Spielen Sie gegen drei Konkurrenten und haben ein Paar auf der Hand, hat jeder Ihrer Gegenspieler eine rund fünfzigprozentige Chance, eine ebenso gute oder bessere Hand zu haben. Keine besonders tollen Karten für Sie!

Beim Texas Hold’em liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Paar etwas höher – nämlich bei 43,822 Prozent. Hier kann der Spieler nämlich ein Blatt mit fünf aus insgesamt sieben Karten (fünf offenen und zwei verdeckten) bilden, während bei der Five Card-Variante jedes Blatt direkt aus fünf Karten gebildet wird.

Man kann also eine Variante spielen, bei der die Chancen auf gute Hände höher sind. Das beeinflusst aber nicht wirklich die Chancen, zu gewinnen – immerhin sind die Wahrscheinlichkeiten für alle Spieler gleich. Wahrscheinlichkeitsrechnung zu verstehen ist zwar kompliziert, aber auch im Alltag hilfreich: So kann ein Verständnis dafür in allen Lebenslagen helfen, von der Aktienanlage bis hin zur allgemeinen Einschätzung von Chancen und Risiken.

Die richtige Strategie

Poker ist also ein Spiel der Wahrscheinlichkeiten – und die kann man zwar lernen aber letztlich nicht beeinflussen. Dennoch macht Poker mehr Spaß, wenn man Taktiken einsetzt. So zum Beispiel das Entschlüsseln der Körpersprache. Poker-Profis reden hier von sogenannten „Tells“, also kleinen Zeichen in Mimik und Gestik, die etwas über die Hand des Gegenübers verraten. Dazu gehören zum Beispiel die Blickrichtung, ein nervöses Zucken der Lippen, die Stimme des Gegenübers und mehr, wie 888Poker in seinem Blog erklärt.

Will man die eigenen Siegchancen stärken, sollte man zuerst an seinem „Pokerface“ arbeiten – also dafür sorgen, dass die eigene Körperhaltung keine der eben erwähnten Signale an die Gegner gibt. Oder, noch besser, dass man falsche Signale sendet und die Mitspieler so in die Irre führt.

Zuletzt lohnt es sich auch, nach Strategie zu spielen und das eigene Spiel flexibel anzupassen. Wer schnell nervös wird, sobald keine guten Karten kommen, verliert beim Poker langfristig fast immer. Und wer zuverlässig bei jedem gutem Blatt „All-In“ geht, also alle eigenen Chips setzt – oder, schlimmer noch, wer zuverlässig bei jedem „All-In“ ein schlechtes Blatt hat und blufft – der geht beim Poker unter, weil die Mitspieler die Taktiken über kurz oder lang durchschauen werden.

Fazit

Poker ist ein hochtaktisches und variantenreiches Spiel. Das Beste aus jedem Pokerspiel macht man, wenn man vier Voraussetzungen erfüllt: Man kennt die Spielregeln und kann sich dadurch auf die eigene Hand konzentrieren. Man kennt sich zumindest grob mit den Wahrscheinlichkeiten beim Poker aus. Man kann Körpersprache gut deuten sowie die eigene Körpersprache unter Kontrolle halten. Und man spielt, um zu lernen und jede Menge Spaß zu haben. So wird der Pokerabend mit den Freunden gleich noch spannender!

Hallo, ich bin Daniel