Krankenkassen in der Schweiz – Wo liegen die Unterschiede zu Deutschland?

Von: Andreas Werner

Zuletzt aktualisiert: 24. August 2019

Die Schweiz ist eines der beliebtesten Einwanderungsländer Europas. Jedes Jahr ziehen zahlreiche Deutsche aus beruflichen oder privaten Gründen in das südliche Nachbarland. Obwohl es sich bei der Bundesrepublik und der Schweiz um zwei Staaten mit einer ähnlichen Wirtschafts- und Sozialstruktur handelt, bestehen vor allem in der Gesundheitsvorsorge einige Unterschiede zwischen beiden Ländern.

Hat die Schweiz eines besten Krankenversicherungssysteme der Welt?

In der Schweiz ist man sehr stolz darauf, eines der besten Krankenversicherungssysteme der Welt zu haben. Von den Leistungen schweizerischer Krankenkassen können alle Bürger, die in der Schweiz ihren Wohnsitz haben, profitieren. Jeder Neueinwanderer ist verpflichtet, sich bei einer der Krankenkassen anzumelden.

Da die Gesundheitskassen in der Schweiz sehr unterschiedliche Leistungsangebote haben, ist es empfehlenswert, sich zunächst über das Leistungsspektrum und die Beitragshöhe zu informieren. Eine Möglichkeit dazu ist ein Krankenkassenvergleich. Eine Krankenversicherung muss den persönlichen Bedürfnissen entsprechen und über flexible Tarife verfügen. Wer in die Schweiz zieht, muss gemäß dem Krankenversicherungsgesetz (KVG) innerhalb von drei Monaten eine Grundversicherung abschließen, damit die medizinische Grundversorgung sichergestellt ist. Es besteht die Möglichkeit, die Krankenkasse zu frei wählen.

Mit einem Krankenkassenvergleich können die Leistungen sowie Zusatzleistungen schweizerischer Krankenversicherungen verglichen werden, sodass eine objektive Einschätzung möglich ist. Um in der Schweiz die richtige Krankenkasse zu finden, können online alle Krankenkassen-Prämien verglichen werden.

Für die Berechnung sind einige Grunddaten und Kontaktdaten notwendig. Eine gute Krankenkasse sollte Leistungen wie Behandlungen bei Ärzten und Spezialisten in der gesamten Schweiz anbieten.

Ausländische Bürger, die in der Schweiz berufstätig sind und mehr als acht Wochenstunden beim selben Arbeitgeber arbeiten, sind automatisch gegen Unfall versichert. In diesen Fällen wird die Unfallversicherung zwar vom Arbeitgeber übernommen, es empfiehlt sich aber, den Versicherungsschutz zu überprüfen und gegebenenfalls eine zusätzliche Versicherung abzuschließen, um eine Unter-Versicherung zu vermeiden.

Wie werden Franchise-Beträge festgelegt?

Meist schließt die vom Arbeitgeber übernommene Versicherung nur die Grundbehandlung im Krankenhaus ein. Durch den Abschluß einer halbprivaten oder privaten Krankenhauszusatzversicherung kann die Behandlung nach Unfällen mit eingeschlossen werden, sodass die nach einem Unfall notwendige stationäre Behandlung als Privatpatient erfolgt.

In der Schweiz ist die sogenannte „Franchise“ (Selbstbehalt), mit dem sich Versicherte an den Gesundheitskosten beteiligen, üblich. Die Höhe der Franchise-Beträge ist vom ausgewählten Krankenkassentarif abhängig und wird immer pro Kalenderjahr berechnet. Beim Abschluss der Krankenversicherung wird die Höhe der Franchise vom Versicherten selbst ausgewählt. Je höher die ausgewählte Franchise, desto niedriger ist der monatliche Krankenkassenbeitrag.

Mit einer hohen Franchise kann zwar zunächst Geld gespart werden, allerdings können bei ärztlichen Behandlungen hohe Rechnungen fällig werden. Es empfiehlt sich deshalb, eine Franchise zu wählen, die das eigene Budget nicht übersteigt und gegebenenfalls eine Zusatzversicherungen abzuschließen, die im Notfall einspringt und die Kosten medizinisch notwendiger Behandlungen übernimmt.

Zu den Leistungen, die freiwillig versichert werden können, zählen beispielsweise prophylaktische Zahnbehandlungen oder Kieferorthopädie, Vorsorgeuntersuchungen und medizinische Check-ups sowie Transport- und Rettungskosten und Behandlungen im Rahmen der Alternativ- und Komplementärmedizin.

Von privaten Krankenversicherungen in der Schweiz werden auch Leistungen wie eine freie Arzt- und Krankenhauswahl in der Schweiz und weltweit angeboten. Es besteht die Möglichkeit, eine ambulante oder stationäre Zusatzversicherung abzuschließen.