- Beitrag von Redaktion Finantio
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Einkaufen beim Discounter: Ist es wirklich so günstig, wie man denkt?
Lebensmittel, neue Socken und Getränke kaufst du immer nur bei Aldi, Lidl und Co., um bares Geld beim Einkauf zu sparen? Die einhellige Meinung in der Gesellschaft ist klar. Wer beim Discounter kauft, gibt weniger Geld aus. Hier stellt sich die Frage, ob das nur ein subjektives Gefühl ist oder ob eine spürbare Ersparnis nachweisbar ist. Kannst du mehr Geld sparen, vielleicht sogar Vermögen aufbauen, wenn du weniger im Alltag für deine Lebensmittel ausgibst? Und ist wirklich alles beim Discounter so viel günstiger?
Ein weiterer, häufig geratener Spartipp, ist die Nutzung von Einkaufs-Apps. Ganz oben an der Liste der Beliebtheit steht Payback, ein Punktesammelsystem, mit dem du dir Guthaben in Form von Einkaufsgutscheinen und sogar bar wieder auszahlen lassen kannst. Mittlerweile haben aber auch viele Supermärkte wie Penny und Rewe, aber auch Drogerien wie Rossmann eigene Apps. Lohnt es sich, sie beim Einkauf zu nutzen oder ist der Preis höher als der Nutzen?
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Viele Menschen haben ihre Ausgaben nicht im Blick
Weißt du genau, wie viel Geld du im Discounter, für Freizeitvergnügen oder andere Dinge ausgibst? Die meisten Menschen wissen es nur grob und bemerken gar nicht, wenn sie kleinere Ausgaben im Alltag tätigen. Das kann morgens beim Bäcker der Kaffee sein, mittags der Matcha-Latte mit Namen auf dem Becher oder abends auch das neue, von Cardplayers Experten empfohlene Casino, wo du einfach mal fünf Euro Bonusguthaben mitnehmen wolltest.
Solche Ausgaben sind nicht schlimm, denn du kannst mit deinem Geld natürlich tun, was du möchtest. Problematisch wird es erst, wenn du den Überblick über deine Finanzen verlierst. Subjektiv hast du das Gefühl, dass du sparsam lebst (du kaufst ja bei Lidl und Co.) Objektiv weißt du aber gar nicht, wohin dein Geld geht und ob du nicht sogar noch mehr sparen könntest.
Ein simples Haushaltsbuch kann Abhilfe schaffen, die Verbraucherzentrale verrät, wie es geht. Du brauchst nicht zu jedem Einkauf Buch und Stift mitzuführen, es reicht, wenn du deine Ausgaben über eine App trackst. So hast du auch gleich die Möglichkeit zu vergleichen, ob dein Wocheneinkauf bei Edeka oder bei Penny teurer ist.
Preisgleichheit statt Preisersparnis?
Doch nun zur Frage, ob Discounter günstiger sind als Supermärkte. Finanztip berichtet über eine spannende Studie, die ein anderes Ergebnis aufzeigt. Es wurde geprüft, wie hoch die Kosten für einzelne Produkte bei acht großen Supermärkten und Discounter sind (Penny, Netto, Aldi Süd und Nord, Kaufland, Rewe, Lidl) und heraus kam, dass der Preis bei allen acht Ketten identisch ist. Ob Schokoladentafel oder Margarine, centgenau sind die Kosten gleich. Wird etwas teurer, erhöhen sich die Preise ebenfalls identisch, meist nur etwas zeitversetzt.
Das gilt nicht nur für Markenprodukte, sondern auch für Eigenmarken. Ein Toastbrot der Eigenmarke kostet bei Lidl genauso viel wie bei Aldi, Edeka und Co., fast immer sogar bis auf den Cent identisch.
Wo du also einkaufst, spielt es womöglich eine geringere Rolle als was du einkaufst. Denn Sparpotenzial gibt es schon, zum Beispiel beim Verzicht auf Markenprodukte und beim Kauf von Eigenmarken. Cola, Müsliriegel, Nudeln, Fischstäbchen, Pizza und viele andere Produkte sind günstiger, wenn du sie von den Discounter-Eigenmarken kaufst und auf Dr. Oetker, Iglo, Schwartau und Co. verzichtest. Geschmacklich sind sie oft sehr ähnlich, du erkennst schnell, welches „Original“ hier nachgemacht wurde.
Gerade Aldi und Lidl sind im Eigenmarkensegment stark aufgestellt, sie haben nicht nur Grundnahrungsmittel im Angebot, sondern auch zum Beispiel beliebte Süßigkeiten oder vegane Produkte von der Eigenmarke im Regal. Greifst du ausschließlich darauf zurück, sparst du beim Einkauf gegenüber der Marke Geld. Probiere es aus, indem du in deiner Haushaltsbuch-App einmal einen Einkauf mit Markenprodukten simulierst und trackst und dann einen Einkauf mit Eigenmarken. Du wirst sehen, wie deutlich die Ersparnis ausfällt.
Mit Apps und Co. beim Einkauf Geld sparen – funktioniert das?
Fast alle Supermärkte und Discounter haben eigene Spar-Apps, die du als Kunde herunterladen und nutzen kannst. Um sie zu nutzen, musst du dich registrieren und machst dich damit „gläsern“. Der Discounter oder Supermarkt kann ein Profil über dein Einkaufsverhalten erstellen und gezielt Werbung auf dich zuschneiden. Wenn dich das nicht stört, kannst du durch die Nutzung tatsächlich Geld sparen.
Das klappt aber nur, wenn du kaufst, um zu sparen. Was paradox klingt, ist gar nicht so selten. Als App-Nutzer bekommst du immer wieder Coupons für bestimmte Produktgruppen oder Rabatte auf einzelne Produkte. Kaufst du sie, nur um zu sparen, gibst du mehr Geld aus als nötig. Es ist schön, wenn du auf den Kaffee einen Rabatt von 0,50 Euro bekommst. Wenn die Eigenmarke, die du normalerweise trinkst, aber weniger als das rabattierte Produkt kostet, sparst du nichts.
Apps sind nur dann sinnvoll, wenn du sie geschickt einsetzt. Falsch ist es, Coupons zu aktivieren und danach einzukaufen. Sparpotenzial ist vorhanden, wenn du anhand deiner Einkaufsliste schaust, ob es in der App einen passenden Coupon gibt.
So kannst du wirklich beim Einkaufen Geld sparen
Ob Discounter oder Supermarkt ist egal, wenn du auf die günstigen Eigenmarken zurückgreifst. Rewes „Ja“ oder Edekas „Gut und günstig“ sind im gleichen Preissegment erhältlich wie die Eigenmarken von Lidl und Aldi. Kaufst du Marken, bezahlst du mehr, aber auch hier sind die Preise in den unterschiedlichen Märkten identisch.
Angebotsprospekte können beim Sparen hilfreich sein, wenn du mehrere Supermärkte oder Discounter in deiner Nähe hast. Erstelle deinen Wochenplan und schau dir dann im Prospekt oder per App an, ob ein bestimmtes Produkt bei einem Markt günstiger ist. Da die Preise nicht reduzierter Angebote ohnehin identisch sind, kannst du den Markt mit den meisten Sonderangeboten wählen.
Doch die gute Planung beginnt noch früher. Wir sind immer noch eine Wegwerfgesellschaft und geben folglich auch mehr Geld aus. Wenn du nach dem Essen noch Nudeln übrig hast und sie entsorgst, musst du am nächsten Tag ein neues Gericht kochen. Hebst du sie stattdessen auf und wärmst sie noch einmal, hast du eine Portion schon wieder gespart. Achte auch immer darauf, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum von Lebensmitteln nicht bedeutet, dass du sie an diesem Tag entsorgen musst. Vieles ist noch länger gut, hier kannst du dich auf deinen Geruchs- und Geschmackssinn verlassen.
Außerdem ist da noch der Klassiktipp: Geh niemals hungrig einkaufen, denn dann lauern Verführungen satt in den Regalen. Gut gesättigt wirst du keine Impulskäufe tätigen, nur weil dein Blutzuckerspiegel gerade nach Snacks ruft.
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