INHALT

Entgeltabrechnung bei der Sparkasse: Was ist das? (inkl. Beispiel)

Viele Sparkassen Kunden sind sich nicht der Kontoführungsgebühren und weiteren Kosten bewusst, die sie monatlich an die Sparkasse zahlen. Ein Blick auf die Entgeltabrechnung im Rahmen des Entgeltabschlusses sorgt bei den meisten Kunden für Verwunderung über die hohen Gebühren.

Entgeltabrechnung bei der Sparkasse

Wir haben im nachfolgenden Beitrag die Kontoführungsgebühren von Sparkassen zusammengefasst und zeigen dir, was bei der nächsten Entgeltabrechnung auf dich zukommt. Finde außerdem heraus, wie du diese Kosten vermeiden kannst.

Was bedeutet Entgeltabrechnung (oder Entgeltabschluss) bei der Sparkasse?

Hast du ein Girokonto bei der Sparkasse, dann wirst du im Normalfall auch Gebühren zahlen müssen. Im Gegensatz zu Direktbanken haben Filialbanken höhere Verwaltungskosten, die sie an ihre Kunden weiterreichen. Je nach Bank wird die Entgeltabrechnung monatlich oder vierteljährlich durchgeführt.

Die Gebühren der Entgeltabrechnung bzw. des Entgeltabschluss enthalten folgende Posten:

  • Gebühren für Ersatzkarten (EC- oder Kreditkarte)
  • Transaktionsgebühren (z.B. für Überweisungen oder Lastschriften)
  • Kontoführungsgebühr (diese ist standardisiert und jeden Monat gleich hoch)
  • Sollzinssätze für Kontoüberziehungen

Je nachdem, bei welcher Sparkasse du bist, können die Gebühren für die oben genannten Posten abweichen. 

Du kannst sämtliche Kosten in deinem monatlichen Kontoauszug ablesen. Solltest du Buchungsposten erkennen, die dir unlogisch erscheinen, frage bei deinem Bankberater nach. Gerade bei den Kontoführungsgebühren können Bankkunden oft nachverhandeln und mit wenig Glück attraktive Sonderkonditionen erhalten.

Bevor du ein Girokonto bei der Sparkasse eröffnest, solltest du dir das Preis- und Leistungsverzeichnis anschauen. Dann wirst du auch nur von einer teuren Entgeltabrechnung überrascht.

Sparkasse Kontoführungsgebühren im Überblick

Wie bereits erwähnt, können die Gebühren von Sparkasse zu Sparkasse abweichen. Auch das Kontomodell, das du wählst, hat Einfluss auf deine Entgeltabrechnung bei der Sparkasse. 

Wir haben die Gebühren für ein klassisches Girokonto bei den fünf größten Sparkassen in Deutschland genauer unter die Lupe genommen und für dich in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst.

Bank Kontoführungsgebühren Neue EC-Karte Beleghafte Überweisung Pro Dauerauftrag Pro Online-Überweisung Sollzinssatz bei Überziehung
Hamburger Sparkasse 4,95 Euro pro Monat (+ 12,00 Euro pro Jahr für Karte) 7,95 Euro 1,50 Euro (5x Freibeträge) 0,50 Euro 0,05 Euro 12,31 Prozent
Kreissparkasse Köln 5,00 Euro pro Monat (+ 12,00 Euro pro Jahr für Karte) 12,00 Euro 1,00 Euro 0,35 Euro 0,35 Euro 10.81 Prozent
Sparkasse KölnBonn 5,00 Euro pro Monat 12,00 Euro 1,50 Euro 0,30 Euro 0,30 Euro 13,52 Prozent
Stadtsparkasse München 2,25 Euro (min. 1.750 Euro Geldeingang pro Monat) - 5,24 Euro (+ 8,00 Euro pro Jahr für Karte) 10,00 Euro 2,70 Euro kostenfrei (wenn per Online-Banking beantragt; ansonsten 2,70 Euro) kostenfrei 11,60 Prozent
Frankfurter Sparkasse 2,90 Euro pro Monat (+5,00 Euro pro Jahr pro Karte) 10,00 Euro 2,00 Euro 0,45 Euro 0,45 Euro 11,51 Prozent

Kontoführungsgebühren steuerlich absetzen

Was viele Menschen nicht wissen ist, dass du einen Teil deiner Kontoführungsgebühren von der Steuer absetzen kannst. Für deine Einnahmen aus dem Job steht dir jährlich eine Pauschale von 16 Euro zu, die du in der Anlage N unter den sonstigen Werbungskosten ansetzen kannst. Ein Nachweis ist dafür nicht notwendig.

Du kannst leider nicht deine gesamten Kontoführungsgebühren absetzen, da du dein Girokonto vermutlich auch für private Zwecke verwendest. Die Aufteilung in privat und beruflichem Anteil ist mit einem hohen Aufwand verbunden, sodass die Finanzämter nur eine Pauschale akzeptieren.

Beispiel: Berechnung eines Entgeltabschlusses bei der Sparkasse

Im Regelfall hast du bei deiner Sparkasse einen festgesetzten Freibetrag. Das bedeutet, dass du z.B. die Möglichkeit hast, jeden Monat zehn Überweisungen zu tätigen, ohne dass du eine Gebühr im Rahmen des Entgeltabschlusses zahlen musst. Bleibst du unter der Obergrenze der Freibeträge, zahlst du nur die Kontoführungsgebühr.

Lass uns jetzt einmal annehmen, du führst diesen Monat jedoch 16 Überweisungen durch und du hast deine EC-Karte verloren. Pro Buchungsposten zahlst du 0,10 Euro zusätzlich. Für deine neue EC-Karte fällt eine Gebühr von 10 Euro an. Deine monatlichen Kontoführungsgebühren liegen bei 8,90 Euro. 

In diesem Fall werden auf deinem Girokonto nach der Entgeltabrechnung 19,50 Euro abgebucht. Diese Gebühren musst du nicht in Kauf nehmen. Über mehrere Jahre hinweg entgeht dir dadurch viel Geld, das du bei anderen Banken nicht zahlen musst.

Alternative zu hohen Kontoführungsgebühren bei Sparkassen

Mittlerweile existieren zahlreiche Direkt- und Onlinebanken, die im Gegensatz zur Sparkasse keine Kontoführungsgebühren von ihren Kunden verlangen. Dir sollte bewusst sein, dass du bei einem Bankwechsel keine persönliche Beratung vor Ort mehr in Anspruch nehmen kannst. 

Auch weitere Dienstleistungen wie z.B. ein Kleingeldwechsel werden von Direktbanken nicht angeboten. Wenn du jedoch bedenkst, dass Deutsche im Durchschnitt nur einmal im Jahr in die Filiale gehen, dann ist auch das Argument ausgehebelt. 

Wir haben uns die Konditionen der beliebtesten Direkt- und Onlinebanken in den jeweiligen Preis- und Leistungsverzeichnissen genauer angeschaut und für dich die günstigsten Girokonten nach Kosten ausgewählt.

Bank Kontoführungsgebühren pro Jahr Mindestgeldeingang
N26 - 0,00 Euro
Revolut - 0,00 Euro
Comdirect - 700,00 Euro
DKB - 700,00 Euro
ING-DiBa - 700,00 Euro
Consorsbank - 700,00 Euro
Hamburger Sparkasse 59,40 Euro -

Bei Direktbanken verzichtest auf auf den persönlichen Kontakt einer Filialbank

Direktbanken sind aus dem Grund günstiger, weil sie kein deutschlandweites Filialnetz finanzieren müssen. Das reduziert die Verwaltungskosten und erhöht dadurch die Profitabilität der Banken. Diese Kostenvorteile werden meistens an Kunden weitergegeben, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Ein Nachteil besteht jedoch, wenn dir der persönliche Kontakt zu einem Berater wichtig ist. Diesen kannst du nur besuchen, wenn die Bank über entsprechende Filialen verfügt. Das führt zu Mehrkosten, die dadurch finanziert werden, dass Filialbankkunden höhere Kontoführungsgebühren zahlen müssen.

Studien zum deutschen Bankenmarkt zeigen hingegen, dass Bundesbürger durchschnittlich nur noch einmal pro Jahr die Filiale ihrer Hausbank besuchen. 

Der Trend in Richtung Online-Banking bleibt intakt, sodass du mit der Wahl für eine Direktbank alles richtig machst. Ist dir der persönliche Kontakt zu einem Bankberater hingegen wichtig, achte bei der Wahl deiner Bank auf möglichst günstige Konditionen. 

Fazit: Verzichte auf die Entgeltabrechnung bei der Sparkasse durch einen Bankwechsel

Wie du siehst, musst du Kontoführungsgebühren und ungemütliche Entgeltabrechnungen bei der Sparkasse nicht billigend in Kauf nehmen. Ein Bankwechsel ist die sinnvollste Option, um diesem Kostenblock zu entgehen. Direktbanken bieten zwar kein breites Filialnetz an, jedoch große Kostenvorteile. Auf guten Service musst du auch nicht verzichten – dieser wird in den meisten Fällen digital angeboten.

Denk daran, dass es auch in diesem Fall kein richtig oder falsch gibt. Wenn gute Gründe dafür sprechen, dass du deiner Sparkasse treu bleibst, dann solltest du auch nicht wechseln.

Du musst deine Bankbezeichnung im Alltag nicht kennen

Wir haben im privaten Umfeld eine Umfrage gestartet – mit dem Ergebnis, dass nur die wenigsten die Bankbezeichnung ihrer Bank kennen. Fakt ist, dass ihr diese Information beim klassischen Banking nicht können müsst.

Heutzutage genügt es im Normalfall, wenn ihr eure IBAN kennt. Die restlichen Informationen werden automatisch abgerufen, da auf Basis der IBAN das Bankinstitut bestimmt werden kann. Solltet ihr irgendwann doch eure Bankbezeichnung angeben müssen, dann wisst ihr jetzt, wo ihr sie finden werdet.

FAQ

Bei diesen Gebühren handelt es sich um die sogenannten Kontoführungsgebühren. Genauere Informationen findest du in den Anlagen, die du z.B. im Online Banking aufrufen kannst – und zwar, indem du den Kontoauszug am Ende des Monats einsiehst.

Alternativ kannst du dir vor dem Kontoabschluss das Preis- und Leistungsverzeichnis deiner Sparkasse anschauen. Dort werden sämtliche Kosten aufgelistet.

Du zahlst bei allen Sparkassen Kontoführungsgebühren. Je nach Kontenmodell schwanken diese in Deutschland zwischen 2,25 und 9,90 EUR pro Monat. Zusätzlich fallen noch Gebühren für weitere Buchungsposten (z.B. Überweisungen, Lastschriften) an.

Neben den Kontoführungsgebühren zahlst du bei den meisten Sparkassen für Überweisungen, Daueraufträge, Lastschriften und Ersatzkarten.

Es gibt keine Sparkasse in Deutschland, die keine Kontoführungsgebühren ansetzt. Zu den günstigen Sparkassen gehört jedoch die Frankfurter Sparkasse mit einer monatlichen Gebühr von 2,90 EUR, die zudem unabhängig von einem spezifischen Geldeingang ist.

Über den Autor
Carlos

Co-Founder von Finantio

Carlos arbeitete nach seinem Wirtschaftsstudium in Frankfurt in der Strategieberatung und bei verschiedenen Fintechs im Marketing & als Produktmanager. Dort sammelte er Erfahrung in der Finanzwelt, die er heute bei Finantio teilt.

NEWS

Weitere Beiträge