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Was ist ein BIC? Definition, Gebrauch und Aufbau (2023)

Die alte Bankleitzahl und Kontonummer haben im internationalen Zahlungsverkehr ausgedient. Ersetzt wurden sie von der IBAN und dem BIC.

Wenn du bereits eine Überweisung ins Ausland getätigt hast, wirst du mit Sicherheit schon mal einen BIC genutzt haben. Er dient nämlich dazu, Geldinstitute weltweit eindeutig zu identifizieren. Wie genau der BIC aufgebaut ist und funktioniert, erfährst du im folgenden Ratgeber.

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Definition: Was ist der BIC?

BIC steht ausgeschrieben für Bank Identifier Code und wird von der SWIFT vergeben, weshalb er auch als SWIFT-Code bezeichnet wird. Die SWIFT (Society of Worldwide Interbank Financial Telecommunication) ist ein internationales Netzwerk, innerhalb dessen der Austausch von Kontodaten in standardisierter Form erfolgt.

Der BIC ist eine 8- oder 11-stellige Bankleitzahl, mit der Banken und andere Geldinstitute weltweit eindeutig identifiziert werden können. Er ersetzt folglich die alte Bankleitzahl, die du früher bei Überweisungen angeben musstest. Durch die Einführung von BIC und IBAN soll der internationale Zahlungsverkehr effizienter, günstiger und weniger fehleranfällig werden.

Zusammen mit der IBAN als einheitliche Kontonummer bildet er alle relevanten Kontodaten, die zur Validierung einer internationalen Überweisung im Rahmen von SEPA notwendig sind.

SEPA: Einheitliche Zahlungsraum innerhalb der EU

SEPA steht für den Single Euro Payments Area, der den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum umfasst. Innerhalb dieses Gebiets gibt es einheitliche Verfahren für bargeldloses Bezahlen in Euro, an dem derzeit 34 Länder beteiligt sind. 

Vor der Einführung von SEPA hatten europäische Länder unterschiedliche Verfahren für Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen. Mit SEPA gibt es nun gemeinsame Standards und einheitliche Kontodaten wie die IBAN und BIC. Das bedeutet, dass du eine SEPA-Überweisung sowohl für die Bezahlung deiner Miete in Deutschland als auch für ein Airbnb in Portugal nutzen kannst.

Wie ist der BIC aufgebaut?

Wie viele Stellen ein BIC haben darf, ist von der SWIFT festgelegt. Er wird deshalb auch oft als SWIFT-Code bezeichnet.

Doch was bedeutet die Zeichenfolge im BIC-Code? Der BIC besteht aus 8 bis 11 Nummern und Buchstaben. Der Aufbau ist standardisiert und hat folgende Bedeutung.

  • 4-stelliger Bankcode
  • 2-stelliger Ländercode
  • 2-stelliger Code des Standortes der Bank
  • 3-stellige Kennzeichnung der Filiale (optional)

Auf die 3-stellige Kennzeichnung der Filiale wird häufig verzichtet. In diesem Fall werden die drei Stellen weggelassen oder mit „XXX“ ersetzt.

In der nachfolgenden Tabelle habe ich dir ein paar Beispiele für BICs deutscher Banken zusammengestellt.

Bank BIC
Frankfurter Sparkasse HELADEF1822
N26 NTSBDEB1XXX
DKB BYLADEM1001
ING-DiBa INGDDEFFXXX
Berliner Volksbank BEVODEBBXXX
PSD Bank Berlin-Brandenburg GENODEF1P01
bunq BUNQDE82XXX

Zusammen mit der IBAN dient der BIC zur eindeutigen Identifizierung einer Bank. Seit dem 1. Februar 2014 musst du bei Auslandsüberweisungen zusätzlich zur IBAN immer den BIC angeben.

Wichtiger Hinweis: Nicht nur die Kontonummer und Bankleitzahl, sondern auch die Bankbezeichnung deiner Bank ist bei Überweisungen nicht mehr relevant.

Bankleitzahl und Kontonummer spielen bei der Zusammensetzung vom BIC keine Rolle

Im Gegensatz zur IBAN spielen weder die Bankleitzahl noch die Kontonummer eine Rolle bei der Zusammensetzung des BIC. Die alte Bankleitzahl wird vielmehr vom BIC ersetzt. Die Bankleitzahl kann jedoch bei einigen Online-Rechnern nützlich sein, um den BIC zu ermitteln.

Auch die Kontonummer spielt beim BIC keine Rolle mehr. Bei Transaktionen innerhalb von Deutschland fragen einige Banken zwar noch die Bankleitzahl und Kontonummer ab. Grundsätzlich brauchst du im nationalen Zahlungsverkehr nur noch deine IBAN und bei einigen Auslandsüberweisungen auch deinen BIC.

Wo finde ich meinen BIC?

Wenn du deinen BIC finden musst, stehen dir dafür mehrere Optionen zur Verfügung. An folgenden Orten kannst du deinen BIC finden:

  • Bankkarte: Der BIC sollte auf deiner Bankkarte aufgedruckt sein. Suche nach einer Nummer, die 8-12 Stellen lang ist. Oft steht anstatt „BIC“ auch „Bank Identifier Code“ auf der Bankkarte.
  • Kontoauszug: Wenn du deine Kontoauszüge erhältst, solltest du deinen BIC darauf finden können. Er befindet sich meistens in der Kopf- oder Fußzeile. 
  • Online-Banking: Hast du gerade Zugriff auf dein Online-Banking, dann kannst du dort Informationen zu deinem Bankkonto abrufen. Dort ist die BIC mit Sicherheit aufgeführt.
  • Bank kontaktieren: Du kannst alternativ auch deine Bank direkt kontaktieren und nach dem BIC fragen.

Alternativ kannst du auch eine BIC-Suche nutzen, um deinen BIC zu finden. Dort trägst du deine Bankleitzahl und Kontonummer ein.

Der Rechner ermittelt im Anschluss deine IBAN und deinen BIC.

Funktion des BIC im Online-Banking

Wie bereits erwähnt, wurde die SEPA als einheitlicher europäischer Zahlungsverkehrsraum geschaffen, um den bargeldlosen Zahlungsverkehr nach der Einführung des Euro weiter zu vereinfachen. Der SEPA-Raum umfasst:

  • alle EU-Mitgliedsstaaten
  • Island
  • Liechtenstein
  • Norwegen
  • Schweiz

Durch die Standardisierung des Zahlungsverkehrs mit der Schaffung von SEPA kannst du heute internationale Überweisungen und Zahlungen wesentlich günstiger und schneller vornehmen. Unterschiedliche nationale Standards, die bis dahin galten, sorgten oft für Fehler bei grenzüberschreitenden Zahlungen.

Das ist heute nicht mehr der Fall. Die Fehleranfälligkeit ist massiv gesunken. Anstatt deine Kontonummer und Bankleitzahl anzugeben, musst du bei einer Überweisung deine IBAN und den BIC deiner Bank und des Zahlungsempfängers angeben.

Bei Zahlungen innerhalb von Deutschland reicht die Angabe einer IBAN aus.

Unterschied zwischen BIC und IBAN

Die Unterschiede zwischen IBAN und BIC sind schnell zusammengefasst: Die IBAN ist die neue, international einheitliche Kontonummer, die jedem einzelnen Bankkonto zugeordnet ist und sicherstellt, dass eine Überweisung an den richtigen Zahlungsempfänger durchgeführt wird. 

Im Gegensatz dazu ist der BIC der internationale Code, der von Banken und anderen Finanzinstituten verwendet wird, um Zahlungen abzuwickeln. Man kann den BIC auch als eine Art internationale Bankleitzahl betrachten.

Wann braucht man den BIC und die IBAN?

Bei Inlandsüberweisungen oder Überweisungen in andere SEPA-Staaten, musst du deinen BIC seit dem 1. Februar 2016 nicht mehr angeben. In diesen Fällen reicht die Angabe deiner IBAN völlig aus. Sobald der Zahlungsempfänger nicht mehr im SEPA-Raum ist, musst du einen BIC angeben.

Sind die IBAN und der BIC einmal erteilt, so ändern sie sich auch nicht mehr. Das gilt selbst dann, wenn du von deiner Bank in regelmäßigen Abständen eine neue Girocard erhältst.

Wichtiger Hinweis: Der BIC ist bei Auslandsüberweisungen relevant, die IBAN benötigst du immer, wenn du eine Überweisung tätigen möchtest.

Fazit: Der BIC erleichtert den globalen Zahlungsverkehr

Der BIC wurde gemeinsam mit der IBAN eingeführt, um den internationalen Zahlungsverkehr zu erleichtern und die Kosten zu reduzieren. Ich bin dankbar dafür, weil mir das im privaten als auch im geschäftlichen Leben einiges vereinfacht.

In einer Welt, in der wir immer globaler denken und agieren ist auch ein einheitlicher Zahlungsraum vorteilhaft, um Transaktionen schnell und sicher abzuwickeln. Die Fehleranfälligkeit des alten Systems konnte eliminiert werden. Der BIC sorgt in Kombination mit der IBAN dafür, dass Zahlungsempfänger eindeutig identifiziert werden können.

Trotz der Einführung des SEPA-Systems ist der BIC eine wichtige und sinnvolle Komponente im internationalen Zahlungsverkehr.

FAQ - Was ist ein BIC?

Der BIC (Bank Identifier Code) ist ein internationaler Bankcode, der zur Identifikation von Banken verwendet wird. 

Er wird verwendet, um Geldüberweisungen zwischen verschiedenen Ländern zu erleichtern und sicherzustellen, dass das Geld an die richtige Bank und den richtigen Empfänger gesendet wird.

Der BIC und die IBAN sind zwei unterschiedliche Codes, die im internationalen Zahlungsverkehr verwendet werden, um Banken und Konten zu identifizieren.

Die IBAN besteht aus einer Reihe von Buchstaben und Ziffern und dient dazu, ein Bankkonto eindeutig zu identifizieren. Die IBAN wird verwendet, um Überweisungen innerhalb von Europa sowie in einigen anderen Ländern zu tätigen.

Der BIC ist hingegen ein internationaler Bankcode, der zur Identifikation von Banken verwendet wird. Auch er besteht aus einer Reihe von Buchstaben und Ziffern und gibt Auskunft über die Bank und ihren Standort. Der BIC wird häufig in Verbindung mit dem IBAN verwendet, um internationale Überweisungen abzuwickeln.

Im Wesentlichen ist der IBAN eine Kontonummer und der BIC eine Bankidentifikationsnummer. Zusammen ermöglichen sie es, internationale Überweisungen sicher und effizient abzuwickeln.

Der BIC wurde eingeführt, um im internationalen Zahlungsverkehr eine eindeutige Identifikation von Banken zu ermöglichen und sicherzustellen, dass das Geld an die richtige Bank und den richtigen Empfänger gesendet wird.

Der BIC wird auch als SWIFT-Code bezeichnet.

Du findest den BIC in der Regel auf der Website deiner Bank, in der Kopf- oder Fußzeile deiner Kontoauszüge oder auf einer Überweisungsvorlage. Wenn du deinen BIC nicht finden kannst, kannst du auch bei der Bank direkt nachfragen.

Ja, der BIC ist auch heute noch notwendig, insbesondere bei Auslandsüberweisungen. 

Obwohl der BIC durch die Einführung des SEPA-Systems nicht mehr für Überweisungen innerhalb des SEPA-Gebiets benötigt wird, ist er immer noch wichtig für Zahlungen in andere Länder, wo er zur Identifizierung der Bank des Empfängers erforderlich ist.

 

Über den Autor
Carlos

Co-Founder von Finantio

Carlos arbeitete nach seinem Wirtschaftsstudium in Frankfurt in der Strategieberatung und bei verschiedenen Fintechs im Marketing & als Produktmanager. Dort sammelte er Erfahrung in der Finanzwelt, die er heute bei Finantio teilt.