Aktienstrategien für Anfänger – Der ultimative Guide

Es kann so schnell gehen. Es kann quasi aus dem Nichts kommen. Und dann passiert es einfach: 

 

Man schaltet den Fernseher ein, sucht sich einen Film aus und ist infiziert. Bei mir war es damals Michael Douglas als Gordon Gekko, der mich im Film “Wall Street” mit dem Börsenfieber ansteckte – und ich könnte ihm aus heutiger Perspektive wohl kaum dankbarer sein. Damals habe ich mich schnell informiert, ausprobiert und vor allem eins: viele sehr unnötige und teure Fehler gemacht. 

 

Doch das muss nicht sein. Wer den Tanz auf dem Börsenparkett wagen möchte, ist gut damit beraten, erst einmal ein paar Tanzstunden zu nehmen, indem er oder sie sich die besten Aktienstrategien für Anfänger genau anschaut. Aus diesem Grund möchte ich dir in diesem Artikel die wichtigsten Strategien vorstellen, die trotz vergleichbar geringem Risiko gute Rendite erzielen können. Außerdem bekommst du direkt Tipps zur Umsetzung und meine ganz persönlichen Ratschläge, um die häufigsten Fehler beim Einstieg in die Aktienanlage zu vermeiden:

 

1. Portfoliodiversifikation als Erfolgsfaktor für Einsteiger

Wenn du mit der Aktienanlage beginnst, dein Depot eröffnet hast und diech in den Auswahlprozess hineinschmeißt, wirst du häufig auf Börsenweisheiten und Zitate der bekanntesten Investoren treffen, die dich mitunter ein wenig verunsichern könnten. Einer der bekanntesten Investoren der Welt, Warren Buffet, hat einmal gesagt:

“Diversification is protection against ignorance. It makes little sense if you know what you are doing.“

Das bedeutet zu Deutsch so viel wie: Wenn du weißt, was du tust, musst du nicht in viele Aktien aus verschiedenen Märkten oder Branchen investieren, um dein Risiko zu senken, sondern kannst dich auf einige wenige gute Aktien konzentrieren.

Wenngleich Buffet natürlich Recht damit hat, dass man mit wenigen sehr gute Aktien überdurchschnittliche Rendite erwirtschaften kann, muss man ehrlicherweise zugeben: Welcher Aktien-Einsteiger besitzt schon das Näschen eines Warren Buffet? (Und mit Näschen meine ich natürlich nicht nur die Zeit, sich 80% des Tages mit Aktien-Research zu beschäftigen, sondern auch die besten Investmentbänker der Welt als Berater zu haben). 

Wenn man sich wissenschaftliche Studien anschaut, findet man ganz schnell zu einer anderen Wahrheit: Privatanleger, die ihr Aktiendepot durch kluge Streuung ausbalancieren, haben nachweislich über längere Zeiträume eine höhere Rendite, ein niedrigeres Verlustrisiko und damit weniger schlaflose Nächte. 

Viele Privatanleger, die sich auf Einzelaktien fokussieren, sollten sich also nach der Depoteröffnung zuallererst eins überlegen: Wie viel Risiko bin ich bereit einzugehen? Je nach Ergebnis sollte man sich dann, besonders für den Anfang, ein persönliches Streuungsprinzip zulegen: Das bedeutet, dass man festlegt, wie groß der Anteil einer Aktie am Gesamtdepot maximal sein darf. Zu Beginn meiner Börsenkarriere habe ich darauf geachtet, dass keine Aktie mehr als 5% meines Depots einnimmt. Ist eine Aktie zu stark angewachsen, habe ich dann Gewinne realisiert und die 5%-Streuung wieder hergestellt.

Hätte ich mich komplett in einem Wert vergriffen, hätte ich so maximal 5% verloren.

 

2. Value Investing als Aktienstrategie für Anfänger

Value Investing ist ein Anlage-Stil, bei dem man sich zum Kauf oder Verkauf einer Aktie den inneren Wert dieser genauer. Man betrachtet also, wie viel das Unternehmen mit all seinen Gütern, Anlagen, Geldbeständen, Aufträgen etc. wirklich wert ist.

Der vorhin schon erwähnte Warren Buffet ist genau mit diesem Investmentstil sowohl berühmt, als auch stinkreich geworden. Hierbei war Buffets Faustformel schon immer:

“Wo kirege ich den Dollar für 50 Cent?” 

Man guckt sich beim Value Investing also ganz genau das Verhältnis zwischen Preis und echtem Wert einer Aktie an. Dies geschieht anhand einer Fundamentalanalyse, also der Analyse von betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. Anstatt sich wie bei der technischen Aktienanalyse Aktiencharts anzuschauen, betrachtet man die Bilanz. Besonderer Fokus liegt dabei neben Umsatz- und Gewinnsteigerungen an sich auf Aktien-spezifischen Kennzahlen wie dem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis: das Verhältnis zwischen Aktienkurs und Gewinn je Aktie) dem KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis) und dem KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis: das Eigenkapital je Aktie). 

Die Prämisse hierbei lautet: Bei Aktien, die den Wert des Unternehmens fair widerspiegeln, sind hohe Kursverluste unwahrscheinlich. Dennoch sollte man sich hierbei auch immer fragen: Ist die Aktie günstig, weil die positiven Zukunftsaussichten unterbewertet sind oder ist die Aktie günstig, weil die Zukunftsaussichten vielleicht gar nicht so rosig sind…

 

3. Dividendenstrategie 

Eine der entspanntesten Aktienstrategien für Anfänger ist die Dividendenstrategie. Viele Unternehmen schütten einmal im Jahr (manche US-Unternehmen sogar monatlich) eine Dividende, also einen Teil ihres Gewinns, aus. Hierzu sind Unternehmen zwar nicht verpflichtet, doch einige der größten börsennotierten Unternehmen tun dies seit Jahrzehnten, da sie dadurch noch attraktiver für Anleger werden. 

Um mit dieser Strategie erfolgreich zu starten und sich eine Art passives Einkommen zuzulegen, sollten Einsteiger auf sogenannte “Dividendenaristokraten” setzen. Dividendenaristokraten sind Unternehmen, die seit über 25 Jahren Jahr für Jahr ihre ausgeschüttete Dividende erhöhen. Das ist nicht nur ein Anzeichen für ein stabiles Geschäftsmodell, sondern ermöglicht dir als Anleger auch planbare Einkünfte. 

Einige der größten Dividendenaristokraten sind:

ISIN Symbol Dividendenaristokrat Dividendensteigerung seit X Jahren Dividendenrendite p. a.

Ausschüttungsquote auf den Free CashFlow

US0298991011 AWR American States Water 65 1.72 % 100.0 %
US2600031080 DOV Dover Corporation 64 1.60 % 32.7 %
US3724601055 GPC Genuine Parts 64 3.11 % 33.5 %
US66765N1054 NWN Northwest Natural Gas 64 3.96 % 100.0 %
US7010941042 PH Parker-Hannifin 64 1.30 % 21.5 %
US7427181091 PG Procter & Gamble 64 2.25 % 54.2 %
US2910111044 EMR Emerson Electric 63 2.63 % 47.5 %
US88579Y1010 MMM 3M 62 3.45 % 54.2 %
US1720621010 CINF Cincinnati Financial 60 3.00 % 27.2 %
US1912161007 KO Coca-Cola 58 3.16 % 97.0 %
US4781601046 JNJ Johnson & Johnson 58 2.70 % 58.0 %
US5486611073 LOW Lowe’s Companies 58 1.47 % 17.1 %
US1941621039 CL Colgate-Palmolive 57 2.04 % 44.8 %
US5138471033 LANC Lancaster Colony 57 1.68 % 78.1 %
US6556631025 NDSN Nordson 55 0.75 % 22.2 %

 

Die Dividendenrendite berechnet sich hierbei wie folgt:

  • Dividende pro Aktie 5 Euro
  • Kurs der Aktie: 100 Euro
  • Dividendenrendite = 5/100 = 0,05 = 5 %

 

4. Wachstumsaktien als Anlagestrategie für Einsteiger

Grundsätzlich sollte man bei der Investition in Aktien von einer Haltedauer zwischen 5-10 Jahren ausgehen, wenn man auf die gewünschten Renditen kommen will. Wenngleich das nicht bedeutet, dass man Aktien, die unterirdisch laufen, für immer halten muss, gilt dieser Grundsatz besonders für die Aktienstrategie mit Dividendenwerten. Dennoch sind Wachstumsaktien ohne Frage die Gewinner der letzten Jahre. Unternehmen wie Apple, Amazon, Tesla und Co. haben in den letzten Jahren mehrere hundert Prozent zugelegt und so ihren Anlegern schöne Renditen beschert. 

Wer gerade an der Börse anfängt und mit kleinem Kapital startet, wird mit Dividendenaktien, die häufig solide, aber langsam wachsende Geschäftsmodelle innehaben, leider auch langfristig das geringe Kapital nur gering steigern. 

Neben Dividendenwerten sollte man also, um das Kapitalwachstum zu beschleunigen, dem Depot auch einige Wachstumswerte beimischen. Hierbei sollte man sich Unternehmen heraussuchen, deren Aktien seit einiger Zeit kontinuierlich steigen, weil die Unternehmen auch die eigenen Umsätze und Gewinne durch zukunftsträchtige Geschäftsfelder seit längerem immer weiter steigern.

Ein Beispiel hierfür (keine Empfehlung, da ich die Aktie selbst in meinem Privatdepot halte), ist die Aktie von Adobe. Die Aktie steigt seit einigen Jahren kontinuierlich an, weil das Unternehmen mit Cloud-basierer Software die Gewinne Quartal für Quartal gut steigern kann. 

Von Wachstumsaktien, deren Unternehmen noch keine (oder sinkende) Gewinne erwirtschaften jedoch an der Börse übermäßig gehyped werden, sollten Aktien-Anfänger die Finger lassen (da man sich diese sonst schnell mal verbrennt). 

Dennoch gibt es bei Wachstumswerten noch etwas, was man beachten sollte: In börsenfreundlichen Phasen steigen Wachstumswerte häufig überproportional stark an. Kommt es zu einer schwierigeren Börsenstimmung, fallen genau diese Werte aber häufig auch überproportional, weswegen sich das Realisieren von Teilgewinnen mit der Zeit anbietet. 

5. Relative-Stärke-Strategie

Die Strategie der relativen Stärke (auch Trendfolgestrategie oder Momentum-Strategie genannt) ähnelt der Wachstumsstrategie. Dennoch gibt es einen kleinen aber feinen Unterschied. Während man bei der Wachstumsanalyse auch auf das bilanzielle Wachstum des Unternehmens betrachtet wird (Fundamentalanalyse), ist die relative Stärke eine Kennzahl der Chartanalyse. Sie besagt, um wie viel der Kurs einer Aktie im Vergleich zu einem bestimmten Index gestiegen ist.

Man setzt also auf Aktien, die stärker steigen als der Index, in dem sie abgebildet sind. 

Wenn demnach eine Tech-Aktie wie Apple in einem Jahr um 20% steigt, der Tech-Index NASDAQ aber im selben Zeitraum nur um 10% steigt, hat Apple eine relative Stärke von 2 (20 / 10 = 2).

Die Theorie dahinter ist, das Aktien, die ein hohes Momentum aufgebaut haben, am Markt sehr beliebt sind und auch langfristiger steigen werden. 

Eine der großen Verfechterinnen ist Sarah Levermann, die die Methode in ihrem Buch “der entspannte Weg zum Reichtum” ausgiebig beschreibt. Sie erklärt dort, dass sie die am besten performenden Aktien des letzten Halbjahres gekauft und die am schlechtesten performenden geshortet hat, wodurch sie den Markt um 12% outperformte.

Für Aktien-Einsteiger bietet sich es noch viel mehr an, neben der relativen Stärke auch das Geschäftsmodell der Unternehmen zu betrachten und so herauszufinden, welche Aktien diese Stärke wahrscheinlicher auch nachhaltig halten können. 

 

6. Aktienstrategien für Einsteiger: Burggrabenaktien

Eine Burggrabenaktie ist die Aktie eines Unternehmens, welches sich so immense Wettbewerbsvorteile erarbeitet hat, dass es für Konkurrenten sehr schwer wäre, ihnen bedrohlich zu werden. Das kann sich in besonderen Produktionsvorteilen, Kostenvorteilen, dominierten Märkten und noch ganz vielen anderen Anzeichen für einen Burggraben widerspiegeln. Ein oft genanntes Beispiel sind Pharmakonzerne wie Johnson & Johnson, die Patente auf Medikamente halten, große Ölkonzerne wie Saudi Aramco oder auch Amazon, deren Logistik fast uneinholbar verbreitet scheint. 

Auch bei Unternehmen mit vermeintlichem Burggraben sollte man sich als Anfänger jedoch immer auch angucken, wie die Entwicklung in diesem Markt langfristig aussieht: Wie lange laufen Patente noch? Brauchen wir zukünftig noch Öl? Gibt es in anderen Ländern Wettbewerber, die den Burggraben im Land des Unternehmens überqueren könnten etc.

7. ETFs & Fonds für Anfänger

Einen sehr leichten Einstieg in das Thema “Geld investieren” bieten ETFs und Fonds. Anstatt sich einzelne Aktien auszusuchen und das eigene Portfolio selbst zu diversifizieren (siehe Punkt 1) gibt es unzählige aktiv von Fondsmanagern gemanagete Fonds, sowie passive Indexfonds (ETFs). Während Fondsmanager meist um die 1,5% Fondsgebühr verlangen, sind die Gebühren bei ETFs häufig sehr gering. So bekommt man einen ETF auf den S&P 500, der in der Historie rund 9% Rendite pro Jahr gemacht hat, schon für 0,05%. 

ETFs bilden die Entwicklung des jeweiligen Indexes ab, die Aktien darin sind nur manchmal anders als im Index gewichtet. Es gibt sogar ETFs auf den MSCI World, mit dem man auf 1612 Aktien aus aller Welt setzen kann. Mehr Streuung geht gar nicht ;).

Bei Fonds und ETFs eignen sich für Anfänger besonders Sparpläne. Viele Depots bieten sehr günstige Sparplankonditionen an, mit denen man bereits ab 25€ im Monat in Aktien anlegen kann. Wer jeden Monat automatisch 100€ in einen ETF oder Fonds anlegt, kauft sowohl in Hoch-, als auch in Tiefphasen und kann langfristig jeden Börsencrash ausgleichen. 

In unserem Sparplanrechner kannst du dir ja mal die langfristige Rendite ausrechnen, wenn du jeden Monat nur 100€ in den S&P 500 mit durschschnittlich 9% Rendite investierst. 

 

8. GD200-Aktienstrategie für Anfänger

Der GD200 ist der gleitende Durchschnitt eines Kurswertes in den letzten 200 Börsentagen. Diese Linie lässt sich in so gut wie allen Aktienchartprogrammen einzeichenn und über den Kursverlauf legen. 

Die Logik dahinter ist simpel. Steht der Kurs einer Aktie höher als der gleitende Durchschnitt der letzten 200 Tage, befindet sich die Aktie im Aufwärtstrend. Steht der Kurs unter der Linie, befindet sich der Wert eher in einem Abwärtstrend. 

Besonders spannend ist diese Beobachtung dann, wenn ein Kurs diese Linie gerade nach oben durchkreuzt hat. Dann sollte man als Einstieger ganz genau hinsehen: Gibt es einen guten Grund? Einen sogenannten Pivotal Newspoint? Wurden beispielsweise gute Quartalszahlen berichtet? Gibt es neue, vielversprechende Produkte? Haben sich die Rahmenbedingungen für das Unternehmen oder das Geschäftsfeld plötzlich positiv entwickelt? all das kann ein sehr guter Hinweis dafür sein, dass sich hier tatsächlich mit dem Überschreiten der GD200-Linie ein langfristiger Aufwärtstrend ankündigt.

In der Praxis sieht das ganze so aus:

 

Aktienstrategien-für-Anfänger
Quelle: Traderfox Börsensoftware

 

Wir sehen hier, wie die GD200 Linie Anfang April 2020 von unten nach oben durchbrochen wurde, woraufhin die Aktie eine lange Corona-Erholung einläutete. In dieser Zeit wurde die Linie seitdem immer nur Kurzfristig nach unten durchbrochen. Verläuft die Linie seitlich, so wie aktuell, konsolidiert der Kurs ein wenig. 

 

9. Die CANSLIM-Methode

Die CANSLIM-Methode gehört seit jeher zu meinen persönlichen Favoritren wenn ich mir Gedanken darüber mache, ob ich eine Einzelaktie kaufen möchte, oder nicht. 

Diese Methode wurde vom berühmten Investor William O’Neil, Gründer von Investor’s Business Daily in den 50er Jahren entwickelt und gehört auch heute zum Standardrepertoire eines jeden guten Investors. 

Das System wird in dem Buch “Wie man mit Aktien Geld verdient: Mit diesem erprobten System kann jeder an der Börse gewinnen” grandios beschrieben. Hier die Kurzfassung:

CANSLIM ist ein Akronym für EIgenschaften, die Aktien aufweisen, die kurz vor einem Dauerlauf nach oben stehen:

 

  • C steht für Current quarterly earnings (zu Deutsch: aktuelles Quartalsergebnis). Die Quartalsgewinne je Aktie sollten im Vergleich zum Vorjahr mindestens 20% ansteigen. Im besten Fall steigen die Quartalsgewinne auch von jedem Quartal zum nächsten. 
  • A steht für Annual earnings growth (zu Deutsch:  jährliches Gewinnwachstum). Die Gewinne sollten über mindestens drei Jahre mit einer Wachstumsrate von über 25 % ansteigen.
  • N steht für New product or service (zu Deutsch: neue Produkte, Angebote oder Dienstleistungen). Das Unternehmen sollte Innovationen haben, die einen Mehrwert liefern und für stetiges Wachstum sorgen oder sorgen können.
  • S steht für Supply and demand (zu Deutsch: Angebot und Nachfrage). Hier wird betrachtet, wie hoch die Nachfrage nach einer Aktie ist. Dies spiegelt sich im hohen täglichen Handelsvolumen wieder. Steigt der Kurs und besteht ein hohes Handelsvolumen (höher, als im vergangenen Durchschnitt), ist das ein gutes Signal für einen positiven Trend.
  • L steht für Leader or laggard (zu Deutsch: Marktführer oder Nachzügler). Man sollte sich laut O’Neil für Leader-Aktien entscheiden, also solche Unternehmen, die Marktführer sind oder in naher Zukunft sein dürften. Dies kann man an der Gewinnentwicklung, Umsatz, Anzahl positiver Märkte etc. festmachen.
  • I steht für Institutional sponsorship, (zu Deutsch: Support institutioneller Anleger): Wenn Banken, Fonds, große Family Offices oder Pension Fonds in ein Unternehmen investieren, können diese mit hohem Investitionsvolumen die Preisentwicklung stützen oder unterstützen. Außerdem ist dies stets ein gutes Zeichen für eine positive Entwicklung (schließlich sind das die absoluten Profis).
  • M steht für Market Direction (zu Deutsch: Marktrichtung). Die Bilanz eines Unternehmens kann noch so toll aussehen. Wenn der Gesamtmarkt in eine andere Richtung läuft, werden die Aktien von Unternehmen des alten Marktes vermutlich auch verlieren. Aktuell sieht man das bei Automobilherstellern, denen es vorher sehr gut ging, die aber nun den Umstieg aufs E-Auto verpasst haben. 

 

10. Den richtigen Einstigspunkt finden 

Häufig kommt bei Aktieneinstiegern die Frage auf: Wann sollte ich kaufen? Gibt es den perfekten Zeitpunkt? Warte ich noch ein bisschen, ob die Aktie des Begehrens günstiger wird? 

Eins vorweg: Den perfekten Einstiegszeitpunkt kann niemand ohne Insiderwissen voraussagen. Doch es gibt Indikatoren. 

Einer der besten Indikatoren für eine neue Aufwärtsbewegung sind die bereits angerissenen Pivotal News Points. Hierbei steigen Aktien nach positiven Nachrichten unter hohem Handelsvolumen stark an.

In diesem Beispiel des Chipherstellers AMD sieht man Anfang 2019 einige sehr starke Kursanstiege (grüne Kerzen oben) mit hohem Handelsvolumen (grüner Balken unten). Wie man an der GD200 Linie sehen kann, haben diese Punkte einen positiven Trend eingeleitet. Es handelte sich hierbei um positive Entwicklungen der Chips von AMD, wodurch das Unternehmen auch die Zahlenaussicht verbessern konnte.

 

Aktienstrategien-für-Anfänger-AMD-Pivotal-News-Point
Quelle: Traderfox Börsensoftware

 

Darüber hinaus ergibt der Kauf einer Aktie immer dan besonders Sinn, wenn der Markt sie vernachlässigt. Wenn der Gesamtmarkt einen Crash erlebt hat, gibt es immer extrem gute Einstiegsmöglichkeiten bei guten Unternehmen. Ein guter Indikator für einen guten Kaufzeitpunkt ist der Fear & Greed-Index (zu Deutsch: Angst und Gier Index). Dieser zeigt die allgemeine Stimmung an der Börse aktuell an. Günstige Kaufmöglichkeiten ergeben sich häufig dann, wenn dieser Index komplett im roten Bereich liegt. Wenn es an den Börsen knallt, ist fürs Depot Shopping-Time!

Ein häufiger Fehler von Anfängern ist es, Aktien zu kaufen, die sehr lange gefallen sind und deshalb besonders günstig erscheinen. Merke: Niemals ins fallende Messer greifen! Wenn ein Kurs seit Monaten oder Jahren fällt, hat das in 99% der Fälle einen triftigen Grund!

 

11. Die besten Bücher für Einsteiger

Diese Bücher sind meine absolute Top-Ten, die jeder Börseneinsteiger kennen sollte:

  1. Wie man mit Aktien Geld verdient: Mit diesem erprobten System kann jeder an der Börse gewinnen” – William J. O’Neil
  2. Der grosse Kostolany: Börsenseminar – Börsenpsychologie – Die besten Geldgeschichten” – André Kostolany
  3. Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse: Praxisnahe Einführung mit zahlreichen Fallbeispielen börsennotierter Unternehmen” – Nicolas Schmidlin
  4. Schatz, ich habe den Index geschlagen! Wie ich auszog, die besten Aktien der Welt zu kaufen” – Christian Thiel
  5. Die Kunst, über Geld nachzudenken” André Kostolany
  6. Der Börse einen Schritt voraus – Neuauflage: Wie auch Sie mit Aktien verdienen können!” – Peter Lynch
  7. Börse leicht verständlich – Jubiläums-Edition: Von der Depot-Eröffnung zum optimalen Depot” – Judith Engst, Rolf Morrien
  8. Die Essays von Warren Buffett: Die wichtigsten Lektionen für Investoren und Unternehmer” – Warren Buffett
  9. Die Börsen-Zauberformel. Wie Sie den Markt mit Leichtigkeit schlagen – Joel Greenblatt
  10.  “Aktien Komplett-Anleitung: Alles, was Sie als Börsen-Einsteiger unbedingt über Wertpapiere wissen müssen” – Martin Bachmeier

Natürlich musst du nicht all diese Bücher gelesen haben. Dennoch wird es dir bestimmt einige Tausend Euro sparen, wenn du die Gedanken der größten Autoren im Börsenbereich in deinen Vermögensaufbau mit einbeziehst. Schließlich resultieren auch unsere Aktienstrategien für Anfänger aus dem Wissen der großen Börsenprofis!

PS: Wenn du über unsere Seite etwas kaufst, erhalten wir eine kleine Provision, um weiter unabhängig für euch berichten zu können. Solltest du dich also mit einem unserer empfohlenen Bücher informieren wollen, freuen wir uns über deine Unterstützung! 🙂

 

 

Hallo, ich bin Max

Nach meiner Karriere als Aktienanalyst habe ich mich auch als Unternehmer weiter mit Themen wie Investments, Unternehmertum und nachhaltigem Vermögensaufbau beschäftigt. Heute freue ich mich darüber, mein Wissen und meine Erfahrungen mit unseren Lesern teilen zu dürfen.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.